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Das Belichtungsdreieck

Das Belichtungsdreieck beschreibt den Zusammenhang von Blende, Belichtungszeit und Empfindlichkeitseinstellung (ISO Wert). Alle drei Werte sind voneinander abhängig und führen im Idealfall zu einem korrekt belichteten Bild.


Die Blende


Die Blende ist die Öffnung im Objektiv. Je weiter diese Blende geöffnet ist, desto mehr Licht kann in einer fest gelegten Zeit auf den Sensor fallen. Stellt Euch das vor, wie einen Wasserhahn – je weiter dieser geöffnet ist, desto mehr Wasser kommt z.B. pro Minute in der Badewanne darunter an.

Die Öffnung der Blende wird mit der Blendenzahl angegeben. Eine geöffnete Blende hat z.B. den Wert f2,8 – eine geschlossenere Blende z.B. f16. Also merken: Je größer die Blendenzahl, desto geschlossener ist die Blende und desto weniger Licht fällt pro Zeit auf den Sensor.

Allerdings beeinflusst die Blende auch die Schärfentiefe im Bild. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto kleiner ist die Ebene im Foto, die Scharf dargestellt wird. So kann es bei einem Portrait vorkommen, dass bei Blende f2,8 nur die Nasenspitze der abgelichteten Person scharf ist, Augen und Ohren sind schon außerhalb der Schärfeebene. Bei Blende 16 würde dann der komplette Kopf, von der Nasenspitze bis hinter die Ohren, scharf sein. Das ist jetzt natürlich nur ein gaaaanz einfaches Beispiel.

Eine zu weit geschlossene Blende dagegen kann zu einer Beugungsunschärfe führen. Ganz, ganz, ganz einfach erklärt: Bei einer stark geschlossenen Blende wird das Licht an den Lamellen der Blende gebrochen und trifft falsch auf den Sensor. Dadurch kommt es dann zu den Unschärfen im Foto. Das war jetzt wirklich ganz einfach erklärt.

Die Einstellung der Blende  kann gezielt zur Bildgestaltung eingesetzt werden. Wollt ihr eine Person oder einen Gegenstand scharf im Vordergrund, vor einem verschwommenen, unscharfen Hintergrund abbilden, so nehmt dafür eher eine offene Blendeneinstellung (kleine Blendenzahl). Diese Unschärfe im Hintergrund nennt man auch Bokeh – vielleicht habt ihr das schon gehört. Wollt ihr ein Landschaftsfoto von vorne bis hinten scharf stellen, so bietet sich eher eine geschlossene Blende (große Blendenzahl).


Die Belichtungszeit


Die Belichtungszeit regelt die Zeitspanne, in der beim Auslösen Licht auf den Sensor fällt.

Lange Belichtungszeiten werden eingesetzt, wenn es entweder zu dunkel für kürzere Belichtungszeiten ist oder wenn man bestimmte Effekte erzielen möchte. Das beste Beispiel dafür sind immer Wasserfälle. Fotografiert man diese mit 1/2000 Sekunde, also einer sehr kurzen Belichtungszeit, dann friert die Bewegung des Wassers ein. Im Detail kann man dann jedes einzelne Tröpfchen sehen.

Bei einer längeren Belichtungszeit, sagen wir mal 1/20 Sekunde, sieht man von dem Wasser am Wasserfall keine Details mehr. Es ist nur noch ein verwaschener, dynamischer Bereich zu sehen – so macht man das fliessende Wasser auf dem Foto sichtbar.

Für lange Belichtungszeiten empfiehlt sich die Benutzung eines Statives. Denn ab einer gewissen Belichtungszeit, kann man aus der Hand keine scharfen Fotos mehr machen. Als Faustregel gilt hier, dass ihr etwa die eingesetzte Brennweite aus der Hand fotografieren könnt. Bei 200mm Brennweite wären das also 1/200 Sekunde – bei 50mm Brennweite dann 1/50 Sekunde. Bei Kameras oder Objektiven mit Stabilisatorsystem und ein wenig Übung geht es aber auch ein wenig länger.


Der ISO Wert


Der ISO Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors (ganz vereinfacht ausgedrückt). Je höher der ISO Wert ist, desto mehr Licht zeichnet der Sensor bei gleicher Blende und Belichtungszeit auf.

Allerdings kommt bei hohen ISO Werten das Bildrauschen ins Spiel, das wäre ja sonst auch zu einfach. Moderne, hochwertige Kameras können aber hohe ISO Werte ganz ordentlich darstellen. Bei APS-C-Kameras sollten Werte bis 800, bei Vollformat Kameras sogar bis 3200 oder 6400 machbar sein.

Ganz wichtig ist es, am Rechner zu schauen – die Anzeige in der Kamera ist viel zu klein, da sieht man das Rauschen nicht unbedingt.


Das Belichtungsdreieck beschreibt den Zusammenhang zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO – alles wichtige Werte in der Fotografie.

Belichtungsdreieck