Joan Colom

Heute möchte ich auf einen Fotografen aufmerksam machen: Joan Colom

Erst mit 36 Jahren entdeckte er sein Interesse für die Fotografie. Joan Colom kaufte sich eine doppeläugige Rollei und kurze Zeit später die Reportagekamera Leica. Er trat der „Agrupación Fotográfica de Catalunya“ (AFC) – Gesellschaft für Fotografie – bei und ist dort heute noch Mitglied. Um sich am Wochenende von der Arbeit abzulenken, zog er durch die Gassen des „verbotenen“ 5.  Distrikts. Dort fühlte er sich wohl, das war seine Welt. Hier entstanden zwischen 1958 und 1964 seine eindrucksvollen Streetfotografien des Milieus.

Aus der Hüfte schoss er Bilder von Menschen, die es zumeist gar nicht merkten. Prostituierte in High Heels, Miniröcken und enganliegenden Strickkleidern erregten genauso sein Interesse wie lachende Straßenkinder und engagierte Händler. Dadurch, dass er nicht durch den Sucher fotografierte, erfuhr er immer erst in der Dunkelkammer, welche Trophäen er von  seinen Wochenendausflügen mitbrachte.

Quelle: Museu Nacional d’art de CtalunyaSpanien Reisemagazin

Straßenfotografie

Straßenfotografie ist eine Genrebezeichnung der Fotografie, die zahlreiche Fotografen und Stile umfasst. Allgemein ist damit eine Fotografie gemeint, die im öffentlichen Raum entsteht, auf Straßen, in Geschäfte oder Cafés hineinblickend, Passantengruppen oder Einzelne herausgreifend, oftmals als Momentaufnahme, aber ebenso essayhafte Abfolge und Milieustudie. Bereits Atgets Aufnahmen von Paris und seinen Vororten können der Straßenfotografie zugerechnet werden.

Die Blütezeit begann in den 1930er Jahren mit den Möglichkeiten der schnelleren und kompakteren Kleinbildkameras, dem Aufkommen der Illustrierten und dem gesteigerten Interesse am Alltagsleben und dessen Facetten. Gerade das Genre der Straßenfotografie hat herausragende Bildbände hervorgebracht, darunter beispielsweise Henri Cartier-Bressons Images à la sauvette (1952), Robert Franks The Americans (1959) oder in jüngerer Zeit Bruce Davidsons Subway (1986), Saul Leiters Early Colors (2006).

Straßenfotografien rangieren kompositorisch-stilistisch von dokumentarisch strengen Aufnahmen bis zu körnigen, bewusst verschwommenen oder gekippten Ansichten, gewagten Perspektiven und verzerrenden Spiegelungen. Die Unterschiede zwischen dokumentarischer und sogenannter kreativer Fotografie wurde insbesondere von Fotografen wie Lee Friedlander und William Klein in Frage gestellt (Quelle: Wikipedia 2015).